Bewusstseinsraum

Bewusst-Sein bedeutet zunächst: sein lassen, was da ist. Nicht bewerten, nicht festhalten, nicht wegschieben — sondern einfach wahrnehmen. Wie jemand, der im Kino sitzt und einen Film betrachtet: Die Bilder ziehen vorbei, die Gefühle steigen auf, die Gedanken kommen und gehen — aber der Betrachter selbst bleibt unberührt, nicht verwickelt in das Geschehen auf der Leinwand.

Genau darin liegt die Einladung: jede Emotion, jeden Gedanken, alles, was in diesem Moment auftaucht, einfach da sein zu lassen. Ohne Widerstand, ohne Bindung. Diese Haltung der Akzeptanz ist kein Wegschauen — im Gegenteil: Sie ist ein klares, offenes Hinschauen, ohne sich von dem, was gesehen wird, mitreißen zu lassen.

Rückkehr in den großen Strom

Wird eine Emotion oder ein Gedanke auf diese Weise erkannt und sein gelassen, geschieht etwas Bemerkenswertes: Die Energie, die zuvor in Abwehr oder Festhalten gebunden war, wird frei. Sie schließt sich dem aufsteigenden Strom der Lebensenergie an und kehrt zurück — in das große Meer des Bewusstseins, aus dem sie ursprünglich kommt.

Wenn die Zirbeldrüse in Verbindung tritt

Erreicht diese aufsteigende Lebensenergie die Zirbeldrüse, entstehen dort elektromagnetische Impulse, die etwas Entscheidendes bewirken: Sie lockern die gewohnten Filter des Gehirns. Jene Filter, die uns sonst beständig durch die Brille von Gedanken, Emotionen, Körperempfindung, Ort und der eigenen Lebensgeschichte wahrnehmen lassen.

In diesem gelösten Zustand öffnet sich ein innerer Zustandsraum — ein Bewusstseinsraum, in dem sich der Mensch jenseits dieser gewohnten Bezugspunkte erfährt: jenseits von Gedanken, jenseits von Emotionen, jenseits des Körpers, jenseits von Ort und Geschichte. Reines Gewahrsein, das einfach ist.

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Woher stammt dieses Verständnis?

Tantra beschreibt seit jeher genau diesen Weg — die uralte Kunst der Verbindung.

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